Nach der 1. Bezirksfahrt der Saison 2016/17 auf dem Rhein hatten wir noch drei Tage Zeit irgendwo Paddeln zu gehen. Die Vereinsfahrt im Spreewald erschein uns zwar sehr verlockend, aber wegen der langen An- und Abreise für nur drei Tage auch zu aufwändig. Da wir schon immer mal die Niederlande paddeltechnisch ausprobieren wollten, entschlossen wir uns im Naturschutzgebiet De Wieden paddeln zu gehen.

Bei der Vorbereitung mussten wir leider feststellen, dass nur noch wenige Campingplätze im Oktober geöffnet haben die einen bequemen Zugang zum Wasser bieten. Nach längerer Suche blieb nur der Platz Kleine Belterwijde in Belt-Schutsloot übrig. Der Platz  liegt hier. Von Essen aus ist der Platz nur ca. 190km entfernt.

Der Campingplatz ist recht klein, was ihn nach Aussage eines ortsansässigen Yachtbesitzers der seine Yacht im angegliederten Yachthafen liegen hat, in der Saison auch sehr voll macht. Es ist also empfehlenswert hier nur in der Nach- und Vorsaison zu campen. Wer nicht campen will, kann auch eines der kleinen der Holzhäuser mieten, die der Platz anbietet.

Paddler kennt man hier, und auch wir haben dort trotz der eher ungünstigen Witterung einige andere Paddler getroffen. Am Wochenende erschien eine größere Anzahl niederländischer Paddler.

Das Paddelrevier fanden wir sehr schön. Es ähnelt ein bisschen der Mecklenburgischen Seenplatte, allerdings mit mehr Kanälen. Die Gewässer waren allesamt schwach bis gar nicht von Motorbooten bevölkert, was in der Hauptsaison vermutlich ganz anders ist. 

Wir haben zwei Touren unternommen (ein Tag war paddelfrei weil wir zu Arjen Bloom gefahren sind um Boote zu testen und Equipment aufzustocken).

Neben einer sehr schönen 11km Rundtour durch schmale Grachten und kleine Seen konnten wir noch eine Tagestour nach Giethoorn genießen.

Dabei ging es vom Campingplatz über Kanäle Seen und Flüsse nach Giethoorn und auf anderen Wegen wieder zurück. An dem Tag war es sehr windig (ca. 4bft mit deutlich kräftigeren Böen). Davon merkte man auf den Kanälen nichts, aber auf den größeren Seen und ganz besonders auf der Beulakerwijde, die wir (für herrschende die Windrichtung aus Ost-Nordost) am falschen Ende queren mussten, bildeten sich steile kurze brechende Wellen, die sehr unangenehm waren. Später erfuhren wir, dass der See nur ca. 1,30m tief ist, was zu den kurzen Wellen passt.
Neben den landschaftlichen Reizen war Giethoorn sehr interessant. Hier fährt man über Grachten durch den extrem malerischen Ort mit Blick in schön gestaltete Gärten reetgedeckter Häuser. Die wenigen Touristen die denselben Anblick aus geliehenen Elektrobooten genießen, waren dabei kaum störend, können aber sicher im Sommer überhand nehmen.

Fazit: Hier waren wir nicht zum letzten Mal. Die relativ kurze Anreise und die zahlreichen Tourmöglichkeiten sind sicher immer eine Reise wert.