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Von der wunderschönen Stelle, wo die Donau entlang des berühmten Klosters Weltenburg fließt, um dann vielen Naturbegeisterten einen atemberaubenden Blick auf die einzigartigen Felsformationen, Höhlen und Wälder zu bieten, haben wir schon viel von unseren Paddelfreunden aus Bayern gehört. Bereits nach kurzer Überlegung und Planung stand fest, dass wir in 2015 ein langes Wochenende an der Donau verbringen werden. 

Unsere Entscheidung, im Mai dort hinzufahren, haben wir nicht bereut. Uns erwartete ein idealer Pegelstand mit genug Wasser (leichtem Hochwasser), reichlich Strömung und wunderschönem Wetter. Bei blauem Himmel und bis zu 20 Grad Lufttemperatur konnten wir die Zeit am Wasser so richtig genießen.

Da wir am ersten Tag zu viert unterwegs waren, haben wir uns eine längere Strecke ausgesucht und nach dem wir ein Fahrzeug in Kelheim gelassen haben (km 2412,2), ging es mit einem Auto, vier Paddlern und vier Kajaks nach Vohburg los. Dort konnten wir ganz bequem, unmittelbar hinter der Agnes-Bernauer-Brücke (km 2442,6) einsetzen und unser Fahrzeug direkt am Ufer, auf einem öffentlichen Parkplatz, kostenlos stehen lassen. Einen weiteren positiven Eindruck  haben bei uns die sauberen, kostenlosen öffentlichen Sanitäranlagen direkt hinter dem Deich hinterlassen, die nur ca. 100 m von unserer Einstiegsstelle entfernt waren.

Die Donau zeigte sich uns als ein spiegelglatter Fluss mit einer Strömung von ca. 10 km/h. Auf den ersten 15 Kilometern fließt er auf dieser Strecke weit weg von Straßen und Ortschaften und wir haben bereits nach wenigen Kilometern die ersten Biberspuren entdeckt. 

Nach knapp 16 Kilometern haben wir uns direkt bei der Fähre Eining-Hienheim (km 2426,9) in einem gemütlichen Biergarten am rechten Ufer eine Pause gegönnt. Bei Brezen und frischem Scheibenkäse mit Pfeffer und eingelegten Gurken haben wir bereits die Gelegenheit bekommen, die ersten hiesigen Weißbiersorten zu testen. Vor allem die „Alte Liebe“ hat es uns besonders angetan, welche wir uns, zur Verwunderung einiger Biergartenbesucher, zu zweit geteilt haben -- so ist es halt, wenn man noch einige Kilometer im Kajak zu paddeln hat. 

Nach weiteren 7 Kilometern erreichten wir dann Weltenburg, wo die ersten Felswände am rechten Ufer signalisierten, dass hier der Durchbruch anfängt. Eine Kurve weiter konnten wir bereits die beeindruckende Klosteranlage bewundern. Das Kloster ist nicht nur wegen der schönen Kirche und dem Biergarten einen Besuch wert. Berühmt ist es auch dank der ältesten Klosterbrauerei der Welt, die sich dort seit 1050 befindet. Paddler können ganz gemütlich an der Kiesbank vor dem Kloster eine Rast einlegen und für kurze (oder lange) Zeit die Seele baumeln lassen.

Unmittelbar nach dem Kloster fängt dann der eigentliche Donaudurchbruch an. Hier schlängelt sich die Donau auf einer Strecke von ca. 900 m zwischen bis zu 80 Meter hohen Felswänden und bei einer Wassertiefe von bis zu 20 Metern durch. Die hohen Kalkstein-Formationen, die teilweise phantasiereiche Namen wie „Die drei feindlichen Brüder“, „Versteinerte Jungfrau“ oder „Napoleons Reisekoffer“ tragen, haben bei uns großen Eindruck hinterlassen Es war wie Eintauchen in eine andere, magische Welt, die man so noch nie gesehen hat. Unsere Donau-Entdeckungsreise ging 6 km nach dem Ende des Donaudurchbruches, in Kelheim, kurz hinter der Europabrücke zu Ende. Während wir zu viert unser Auto in Vohburg nachgeholt haben, haben wir einen Tisch in einem Brauhaus in Kelheim reserviert, was sich als krönender Abschluss des Tages erwies.

An den Folgetagen waren wir dann nur zu zweit unterwegs. Wir haben uns auf die schönste Strecke überhaupt konzentriert und sind nur 8 km täglich zwischen Weltenburg und Kelheim gepaddelt und haben viel Zeit beim Kloster und im Durchbruch selbst verbracht. Das Kehrwasserfahren und das Warten auf die Wellen der vorbeifahrenden Ausflugsschiffe machte ebenfalls eine Menge Spaß. 

Die tägliche Rückholung unseres Autos stellte kein Problem dar, da  wir ganz gemütlich auf diversen Wanderwegen wieder nach Weltenburg gelangen konnten. 

Wer es etwas bequemer angehen möchte, der kann mit einem der Schiffe zurückfahren und sich u. a. die einzelnen Geschichten zu den berühmteren Kalkstein-Formationen anhören. 

Die Gegend ist ebenfalls voller Sehenswürdigkeiten. Neben der ältesten Holzbrücke Europas im Altmühltal bei Essing ist auch Regensburg mit der wunderschönen Altstadt oder Riedenburg an der Altmühl nur einen Katzensprung von Weltenburg entfernt. Auch der Hundertwasserturm der Brauerei Kuchlbauer in Abensberg ist einen Besuch wert. Zahlreiche kleine Brauereien mit köstlichen Biersorten runden das Angebot der Gegend ab. Für uns ist es ein wunderschönes Paddelrevier wo wir auch in 2016 eine tolle Woche verbracht haben und uns jetzt schon auf das nächste Mal freuen.