Rheinmarathon 2026
Den Rheinmarathon über 111 km von Geisenheim bis zum KC Unkel hatte ich schon eine Weile auf der To Do Liste. In der Ausschreibung steht: Es ist schon eine Herausforderung, aber schaffbar!
Meine Vereinskollegen konnte ich leider nicht davon überzeugen. Mit etwas mulmigem Gefühl, nachher alleine auf dem Rhein paddeln zu müssen, meldete ich mich dennoch an in der Hoffnung, mich dort einer Gruppe anschließen zu können. Auf den letzten Drücker tat sich dann mit meinem alten Paddelfreund Ralph vom KKM in Köln aber doch noch eine rheinerfahrene Begleitung auf. Wie schön!
Der KC Unkel als Veranstalter plant eigentlich einen Aufbruch mit Auto und Booten am Marathontag selbst morgens um 6.00 ab Unkel. Mit 2 Stunden Anfahrt nach Geisenheim bedeutet das einen Start zwischen 8.00 und 9.00 für die lange Tour. Das klang für uns nach zusätzlichem Stress, den wir bei dieser Herausforderung nicht auch noch aufhalsen wollten.
Wir nutzten also schon den Vortag, um in Ruhe die Boote nach Geisenheim zu fahren, die Autos wieder nach Unkel zu bringen und mit der Bahn zurück nach Geisenheim zu kommen, und gönnten uns gleich beim Einstieg eine Übernachtung im Weinfass auf dem dortigen Camping. Als Startzeit war für uns so schon 6.00 möglich, was den Tag deutlich entspannte.
Morgens früh ist es noch ruhig auf dem Rhein. Im Morgenlicht ging es hinein ins Mittelrheintal mit seinen Burgen, kleinen Ortschaften, waldigen Hügeln und Weinbergen, ein Traum! Sogar der angekündigte Dauergegenwind hielt sich noch im Rahmen.
Mit 3 längeren Pausen, um dem Körper frühzeitig wieder Zwischenentspannung und Krafttanken zu ermöglichen, ließen wir die beeindruckende Strecke ruhig angehen. Die Rechnung ging auf, die Laune war gut, bis dann in den letzten Stunden bis zum Erreichen des Ziels um 18.30 der Gegenwind dann doch noch Fahrt aufnahm und unseren Kraftreserven den Kampf ansagte. Aber am Ende wird dann ja doch alles gut!
Wir hatten damit gerechnet, von den schnelleren Paddlern irgendwann überholt zu werden. Doch niemand war in Sicht. Und auch an den Zwischenzielen, wo Begleitfahrzeuge wieder auf die Paddler treffen und sie bei einem Abbruch aufnehmen können sollten, war niemand zu sehen. Erst 20 Meter vor dem Zielstrand blickte ich mich um und sah in das breite Grinsen eines älteren Paddlers in schnittigem Boot. Klaus aus Remagen, 70 Jahre alt und offensichtlich fit, hatte uns trotz unserer 3 Stunden Vorsprung auf den letzten Metern doch noch erreicht! Klaus, Du bist der Hammer! Wir bleiben schwer beeindruckt!
Vom Rest der Gruppe (insgesamt waren wir 12 TeilnehmerInnen bei dieser kleinen Veranstaltung, von denen 9 das Ziel erreichten) kamen nach 11 Stunden 45 Minuten Fahrtzeit (durch den späteren Start zeitversetzt zu uns) zwei weitere Paddler an, der Rest dann erst mit Einbruch der Dämmerung. Der Gegenwind, der uns am Anfang relativ verschont hatte, hatte sie durch ihren späteren Start mit voller Wucht auf praktisch der ganzen Strecke erwischt. Die Freude, es geschafft zu haben, stand uns trotz der Erschöpfung allen ins Gesicht geschrieben.
Eine wunderschöne Tour! Und eine Herausforderung, die man schaffen kann. Sogar bei Gegenwind.
Na, wer kommt nächstes Jahr mit??