Havel, eine Gepäcktour im Nordosten Deutschlands
Die Havel entspringt ziemlich unscheinbar in Diekenbruch bei Ankershagen und mündet nach 334 Flusskilometern bei Gnevsdorf in die Elbe.Sie ist mit Kanus ab Kratzeburg am Käbelicksee befahrbar. Die Havel verläuft zunächst im Wesentlichen durch die Seen der Mecklenburgischen Seenplatte mit nur kurzen Verbindungsstücken zwischen den zahllosen Seen. Das endet jedoch etwa ab Fürstenberg/Havel wo dann die Seen seltener werden und Flußabschnitte zunehmen, bis man schließlich nur noch auf einem Fluss paddelt. Zur Schiffbarmachung wurde die Havel kanalisiert, was etliche Schleusen und vollkommen fehlende Strömung zur Folge hat. Dabei folgt der Kanal zunächst jedoch den Flussschleifen, so dass sich der Begriff kanalisiert viel schlimmer anhört als es ist. Erst ab Mildenberg hat man einen schnurgeraden Kanal neben der hier "Schnelle Havel" genannten natürlichen Havel gelegt. Diese schnelle Havel ist jedoch mit beladen Kayaks nicht befahrbar bzw. es existiert ein Befahrungsverbot.
Unsere Tour startete in der Nähe der Havelquelle in Kratzeburg am Käbelicksee. Die Route hatte Heinrich im Voraus super geplant, inklusive Übernachtungen auf Campingplätzen und der nötigen Auto- und Transportlogistik. Jeder von uns hatte wasserdicht verpacktes Gepäck im Boot mit Zelt, Schlafsack, Kocher, Kleidung und – besonders wichtig – Proviant für die Tage in der „Wildnis“ ohne Restaurants. Da wir noch einen Tag übrig hatten, sind wir am Ende noch einen Klassiker - die sog. Rätzseerunde gepaddelt.
Die „Erfahrungs- und Freizeit-Freunde“ (EFF) 😉Dagmar, Gerd, Harry, Heinrich, Jörg, Micha, Renate, Sabine, Ulrike, Uwe und Cindy sind am 23.08. ab EFF mit privaten Fahrzeugen nach Kratzeburg gefahren. Nach Ankunft am Startpunkt wurden Zelte aufgebaut, das Gepäck verladen und die Kajaks vorbereitet.
Tag 1: Nach ersten logistischen Herausforderungen (Autos umsetzen) sind wir voller Vorfreude in unsere Boote gestiegen und die 20 km zum Campingplatz Useriner Mühle gepaddelt. Es war ein perfekter Einstieg: gutes Wetter, klare Luft und traumhaften Passagen auf schmalen Wasserwegen.
Tag 2: Am zweiten Tag ging es über 25 km zum Campingplatz am Ziernsee. Der Weg führte uns durch wunderschöne, ruhige Gewässer.
Tag 3: Nach der ersten längeren Strecke des Vortages war der Campingplatz Havelblick nach nur 15 km ein erholsamer Halt. Hier hatten wir Zeit, unsere leckeren Fertiggerichte und die Natur zu genießen.
Tag 4: Die längste Etappe mit 31 km führte uns zum Ziegeleipark Mildenberg. Auf dem Wasser hatten wir Freude, interessante Schleusungen und waren bei der Ankunft stolz, so weit gepaddelt zu sein. Das Ankunftsbier schmeckte besonders gut. Die Geschichte des Ziegeleiparks und die alte Industriearchitektur waren beeindruckend und ein toller Kontrast zur natürlichen Umgebung.
Tag 5: Der Vosskanal brachte uns auf den nächsten Abschnitt, 22 km bis zum Stadthafen Liebenwalde. Das Wetter war leicht durchwachsen bis sehr feucht. Aber als Paddler waren wir natürlich darauf gut vorbereitet. Den Tag haben wir bei einem guten Abendessen ausklingen lassen.
Tag 6: An diesem Tag stand der Transfer der Autos an zum Campingplatz Gobenowsee, wo wir die letzten beiden Nächte verbrachten. Da es nicht weit war blieb Zeit für ein bisschen Sight-Seeing in Neu-Strelitz oder Mirow. Anschließend haben wir die Zelte am Gobenowsee aufgebaut und noch einen Ausflug zum Essen in ein uriges Gasthaus gemacht.
Tag 7: Der Abschluss der Tour war eine gemütliche Rundtour um den Rätzsee – nur noch 16 km, aber perfekt, um alles, was wir erlebt hatten, Revue passieren zu lassen.
Am 31.08.2025 ging es dann nach Hause Richtung Essen. Bis auf den ein oder anderen Stau verlief die Rückreise ohne besondere Vorkommnisse.
Die Gepäcktour auf der Havel war mit rund 129 Kilometern eine abwechslungsreiche und sportlich fordernde Reise durch eine beeindruckende Flusslandschaft. Trotz einzelner Wetterumschwünge war es eine Freude!
Cindy Bouchagiar und Jörg Klapp, 08.10.2025