, Partmann, Fredi

Maas, Schleusen und Landschaft in Frankreich und Belgien

Die Reise war ursprünglich als Paddeltour auf der Maas geplant, jedoch wurde es eine Paddeltour auf dem Canal de l´Est (Branch Nord). Wir luden unser Gepäck auf das gefaltete Faltboot und reisten mit dem Zug über Koblenz, Trier, Luxemburg nach Verdun. Zwischen dem Bahnhof Verdun und dem Campingplatz Camping des Breuils lagen ca. 2 km, die aber gut zu bewältigen waren. Den ersten Tag nutzen wir ausgiebig zur Besichtigung der schönen Stadt Verdun, der Festungsanlagen sowie für eine geführte Tour über das Schlachtfeld Verdun, inkl. Beinturm und Fort Douamont. Es war beeindruckend und fürchterlich, die Sammlung an Gräbern und Knochen zu sehen, und zu hören, dass immer noch Knochen, Granaten und Munition in der Erde liegen.

Anreise

Die Reise war ursprünglich als Paddeltour auf der Maas geplant, jedoch wurde es eine Paddeltour auf dem Canal de l´Est (Branch Nord). Wir luden unser Gepäck auf das gefaltete Faltboot und reisten mit dem Zug über Koblenz, Trier, Luxemburg nach Verdun. Zwischen dem Bahnhof Verdun und dem Campingplatz Camping des Breuils lagen ca. 2 km, die aber gut zu bewältigen waren. Den ersten Tag nutzen wir ausgiebig zur Besichtigung der schönen Stadt Verdun, der Festungsanlagen sowie für eine geführte Tour über das Schlachtfeld Verdun, inkl. Beinturm und Fort Douamont. Es war beeindruckend und fürchterlich, die Sammlung an Gräbern und Knochen zu sehen, und zu hören, dass immer noch Knochen, Granaten und Munition in der Erde liegen.

1 Tag: Verdun nach Consenvoye, Zeltplatz auf Wehrinsel

Der Paddeltag startete mit einem langen Marsch zur Straßenbrücke der D330, wo es nach Luftbildrecherche einen guten Einsatz gab. Von dort ging es dann zur ersten Schleuse N.19 in Verdun, wo auch die Kanalverwaltung für diesen Bezirk der Maas lag. Nach langen E-Mailverkehr hatten wir die Autorisation erhalten, die wir an der Schleuse dann auch in Papierform in den Händen hielten. Wir erörterten mit dem Mitarbeiter nochmal die Möglichkeit auf der Maas zu paddeln, wovon er uns aber abriet, unter anderem weil die Wehre zu umtragen wären und sie schon auch gerne wüssten, wo wir mit unserem kleinen Boot denn seien. Wie das funktionierte wurde uns erst später klar.

Nach der Durchfahrt der Schleuse fuhren wir durch Verdun und sahen die Stadt nochmal von der Wasserseite bevor wir am Ortsausgang noch bei einem Supermarkt Vorräte kauften und uns dann auf den Weg machten. Die Fahrt ging hier durch ein weites Tal, der Verkehr auf dem Kanal war gering und wir konnten die durch Freiwilligen bedienten Schleusen zügig durchfahren. In der zweiten Schleuse des Tages wurden wir noch nach der Autorisation gefragt. Danach waren alle Schleusen auf uns vorbereitet und wir konnten direkt einfahren. Auf dem Camping Les Ilys Hauts bei der Schleuse N.25 fanden wir einen Platz für die Nacht. Neben dem Ort Consenvoye gibt es in fussläufiger Entfernung einen deutschen Soldatenfriedhof, den wir besuchten. Später erfuhren wir, dass der Großvater einer unsere Mitstudenten aus dem VHS Französischkurs dort begraben liegt. Manchmal ist die Geschichte dann doch näher an einem als man denkt.

2 Tag Consenvoye nach Schleuse Inor,

Der Zeltplatz Les Ilys Hauts liegt auf einer Insel zwischen dem Wehr und der Schleuse. Der Bäcker kam morgens mit einem Bäckerauto vorbei um den Campern Brot, Baguette und etc. zu verkaufen Nach einem Frühstück mit dem Rauschen des Wehres im Ohr startet wir den Paddeltag, wo wir ihn zuvor beendet haben: in der Schleuse. Über den Schwimmsteg konnten wir gut einsetzten und losfahren. Wie am Tag zuvor ging es in durchlaufender Fahrt über den schönen Kanal. Das niedrige Ufer ersparte die sonst gefürchteten kilometerlangen Ausblicke auf Spundwände. Auch der übrige Schiffsverkehr, der sich eh nur noch auf die Freizeitschifffahrt beschränkte, hielt sich auf dem kleinen Kanal zurück. Ab hier hörten auch die bedienten Schleusen auf. Große Boote erhielten eine Fernsteuerung für die Schleusen, wir jedoch waren zu klein, als dass wir die notwendige Lichtschranke auslösen konnten, die für die Funktion der Schleuse notwendig waren. Für uns bedeutet dies also, dass wir einen Mitarbeiter der Kanalverwaltung anrufen und kommen lassen mussten, der für uns die Schleuse bediente. Dies funktionierte wunderbar, wenn wir nicht mit Sportbooten schleusen konnten. Die Sonne schien vom Himmel und das Boot lief gut durch den Kanal. In Inor stiegen wir an der Schleuse aus und verabredeten uns für den nächsten Morgen mit dem Mitarbeiter an der Schleuse.

3 Tag Schleuse Inor nach Schleuse Sedan,

Da der Campingplatz in Inor unmittelbar am Kanal liegt, waren wir rechtzeitig vor der Schleuse. Hier wartete schon ein großes Sportboot mit einer niederländischen Mannschaft an Bord, die seit Mai unterwegs waren und nun langsam zurückfuhren. Diese Mannschaft sollte uns in den nächsten Tagen noch öfter begegnen, denn das Geschwindigkeitslimit auf dem Kanal beträgt lediglich 8 km/h. Die Schleuse wurde pünktlich um 9:00 Uhr bedient und wir schleusten talwärts. Mit einigen weiteren Schleusen und ein wenig Regen ging es im meditativen Paddelschlag in Richtung Sedan. Die wenigen Städte und Ort zwischendurch passierten wir einfach so. Sedan empfing uns mit Industrieruinen und einem schönen Campingplatz (eigentlich ein Camperplatz) am Hafen. Von hier aus konnten wir gut die Stadt mit der Burg erkunden und ein schönes Abendessen in der Stadt zu uns nehmen.

4 Tag Schleuse Sedan nach Camping Charleville Mézières

Der Tag startet schön und wir fuhren los. Mit dem Start änderten sich auch die Zuständigkeiten in der Kanalverwaltung und die Mitarbeiterin fragte uns nach der notwendigen Autorisation. Die Kommunikation war nicht so einfach aber wir wurden trotzdem geschleust. Mit dem Tagesziel Charleville Mézières war zum ersten Mal wieder eine große Stadt das Ziel, der Campingplatz Camping du Mont Olympe lag direkt an der Maas, die Ufer waren belebt mit Haus- und Freizeitboote und die Stadt bot eine schöne Abwechslung nach all der Landschaft des Tages. Im Büro des Campingplatzes durfte ich einen PC nutzen und fand die nun notwendige Autorisation als Email. Damit konnten wir in Ruhe weiterfahren.

5 Tag Camping Charleville Mézières nach Camping Montherme

Auf dem Weg zur ersten Schleuse des Tages wurden wir von einem kleinen Sportboot überholt. Der Kapitän fragte uns, ob wir auch die Schleuse benutzen wollte. Als wir diese bejahten, reduzierte er seine Geschwindigkeit und wir konnten gemeinsam in die Schleuse einfahren und mit dem Boot abwärts schleusen. Der Kanal wie auch die Maas sind hier tief in das Gelände geschnitten und hohe Ufer säumten den Wasserweg. Auch für die weiteren Schleusen hatten wir immer Mitfahrer, sodass wir den Mitarbeiter der Kanalverwaltung nicht brauchten. Die Landschaft änderte sich. Von dem weiten Tal des Beginns der Reise wandelte sich das Tal in ein engeres, waldbestandenes Tal. In Montherme fanden wir auf dem Camping du Port Diseur ein schönes Plätzchen neben einem Angler aus den Niederlande, der dort mit Ehefrau und zwei Katzen seinen Sommerurlaub verbrachte.

6 Camping Montherme nach Camping Fumay

Bis zum Camping Bellevue in Fumay war es eine kurze Etappe im kurvigen engen Tal der Maas mit einem Tunnel. In Fumay war der Ausstieg zum Campingplatz leider suboptimal, da es über die Ufersteine hinaus ging. Unsere Vorräte waren etwas erschöpft und die Suche nach einer Essensmöglichkeit gestalteten sich schwierig, viele Geschäfte waren dauerhaft und seit langer Zeit geschlossen, aber schließlich fanden wir doch noch eine Imbissbude und einen Supermarkt. An den Rändern der Stadt waren noch die Reste der ehemaligen Schieferindustrie zu sehen, die jedoch schon seit 1971 geschlossen war.

7 Camping Fumay nach Camping Givet

Durch das nun enge Tal der Maas ging es weiter, die Wälder reichten bis an das Ufer und gelegentlich kamen einzelne Häuser und Orte ins Bild. Vor dem Tagesziel Givet ging es durch einen zweiten Tunnel der Tour. Wieder eine schöne Erfahrung, die uns auch den Anblick eines Atomkraftwerkes ersparte. Givet kündigte sich mit dem Port de France am Ufer an. Der Campingplatz Camping la clé des Champs wurde bezogen und in der Stadt ein Ort für das Abendessen gesucht. Nach einer Pizza wollten wir noch ein kleines Bier trinken und fanden in einer schon geschlossenen Kneipe die Möglichkeit. Mit den drei anderen Anwesenden (inkl. dem Wirt) führten wir noch ein Gespräch über alles und nach einem Bier auf das Haus ging es wieder zurück ins Zelt. Die Drei in der Kneipe hatten insgesamt etwas von der Pommesbude aus Dittsche.

8 Camping Givet nach Camping Dinant

Mit der Schleuse in Givet verließen wir Frankreich und reisten nach Belgien ein. In der Schleuse, nun deutlich größer als die vorherigen, trafen wir wieder alte Bekannte auf ihren Booten. Kanal und Maas waren jetzt fast nicht mehr getrennt und wir fuhren auf Dinant zu. Diese Stadt zeigte sich uns als belebte und schöne Stadt, die sich auch deutlich zum Wasser hin öffnet und eine schöne Promenade hat. Am Ortsausgang fanden wir einen Campingplatz, der ein schönes Plätzchen mit Blick auf die Maas und eine gut befahrene Güterbahnlinie bot.

9 Camping Dinant nach Camping Namur

Die erste Schleuse des Tages war leider gestört und wir setzten aus und trugen um. Die Sportboote mussten warten. In den weiteren Schleusen des Tages konnten wir schleusen, wenn den Sportbooten mitfuhren, ansonsten wurde auf uns nicht reagiert und wir mussten umtragen. In Namur errichten wir unsere Unterkunft auf dem Peniche Formigny, einem Hausboot auf dessen Dach wir unseren Falter platzierten und später die lebhafte Innenstadt erkundeten.

10 Camping Namur bis Camping Huy

Die Maas wurde ab hier immer mehr zu einer Logistikstrecke für die Industrie. Immer wieder und immer öfter standen Industriebetriebe am Ufer, die Schiffe wurden größer und die Ufer unzugänglicher für uns. In den großen Schleusen mit einem Binnenschiff zu stehen hat schon etwas Besonderes. In dem Ort Andenne konnte wir nur über eine lange Betonrampe anlanden um uns einen Mittagssnack zu holen. Bis zum Sportboothafen vor Huy ging es aber wieder gut voran. Da wir in Huy keinen anderen am Wasser gelegenen Zeltplatz fanden, konnte wir auf der Wiese des Sportboothafens zelten und auch die sanitären Einrichtungen des Vereins nutzen. Huy selbst wieder ist eine schöne Stadt mit einem wunderschönen Marktplatz und einen Besuch wert.

11 Camping Huy bis Luettich

Nachdem wir das Atomkraftwerk Tihange passiert hatten, standen wir vor der ersten Schleuse des Tages. Das offene Tor im Unterwasser, ein im Tor stehendes Schiff sowie eine Menschansammlung am Ufer machten deutlich, dass vorläufig nicht geschleust wird. Vom Schleusenwärter erfuhren wir, dass das Schiff Rumpfkontakt mit etwas hatte und deswegen stoppte. Bis das Objekt der Störung nicht gehoben sei, ginge es daher nicht weiter. Nachdem wir nun wieder einmal umtragen hatten, konnten wir noch sehen, wie ein Kran einen Autoanhänger aus dem Wasser zog, aber da waren wir schon wieder abfahrtsbereit. Durch die nun überwiegend industrialisierte Landschaft ging es nach Lüttich hinein, wo wir am La plage de l´Union nautique unsere Reise beendeten und alles abbauten. Nach einer Nach in Lüttich und einem kleinen Rundgang ging es dann am nächsten Morgen wieder mit dem Zug über Aachen nach Mönchengladbach zurück.

12 Fazit

Die Reise war sehr schön und abwechslungsreich, die Menschen freundlich und hilfsbereit, insbesondere die Mitarbeiter der Kanalverwaltung (Voies navigables de France) sehr geduldig mit uns. Die letzte Etappe jedoch hätten wir uns schenken können. Der Canal de l´Est (Branch Nord) ist an sich gut mit dem Paddelboot zufahren, jedoch ist es zu beachten, dass es keine echte Paddelinfrastruktur gibt. Die Stege und Ufer sind auf Sportboote ausgelegt und auch an den Schleusen kommt man nicht zwingend einfach aus dem Boot. Zwischen den Orten ist gerade in Frankreich sehr viel Landschaft und sonst nichts, und auch die kleinen Orte haben oft keine Restauration oder auch nur einen Bäcker. Geplant hatten wir die Reise mit einem Flussführer sowie mit den Luftbildern auf Google Maps. Hier konnten wir die Campingplätze finden und die Etappen planen, die sich gerade in Frankreich nach den Campingplätzen und nicht nach unserer persönlichen Verfassung richteten. Die beiden Tunnel auf der Strecke sind eine

Zusammenfassend teilten sich die Etappen wie folgt auf:

  1. Verdun Straßenbrücke bis Camping Les Ilys Hauts, Consenvoye: 26 km

  2. Camping Les Ilys Hauts, Consenvoye bis Camping des Bouleaux, Inor: 37km

  3. Camping des Bouleaux, Inor bis Camping Aire Camping Car-Park, Sedan: 35 km

  4. Camping Aire Camping Car-Park, Sedan bis Camping du Mont Olympe, Charlesville-Mézières: 28 km

  5. Camping du Mont Olympe, Charlesville-Mézières bis Camping du Port Diseur, Monthermé: 21 km

  6. Camping du Port Diseur, Monthermé bis Camping Bellevue, Fumay: 30 km

  7. Camping Bellevue, Fumay bis Camping la clé des Champs, Givet: 24 km

  8. Camping la clé des Champs, Givet bis Camping Communal De Devant Bouvignes, Dinant: 33 km

  9. Camping Communal De Devant Bouvignes, Dinant bis Péniche Formigny. Chambres d'hôtes, Namur: 25 km

  10. Péniche Formigny. Chambres d'hôtes, Namur bis Sportboothafen Huy: 31 km

  11. Sportboothafen Huy bis La plage de l´Union nautique, Lüttich: 31 km